Der Mäusebussard – ein Jäger zwischen Feld und Wald

Im Gegensatz zur Wiesenweihe ist der Mäusebussard in Bayern überall verbreitet. Sicherlich haben Sie ihn schon einmal beim Kreisen über den Feldern beobachtet. Er ist dann leicht an seinen breiten Flügeln und dem relativ kurzem Schwanz zu erkennen.

Oft sieht man ihn auch auf Weidenpfosten oder einzelnen Bäumen sitzen. Dort lauert er seiner Hauptbeute, der Feldmaus, auf.

Meistens sind Mäusebussarde an Rücken und Flügeloberseite dunkelbraun gefärbt. An Brust und Bauch sind sie weiß-braun gefleckt. Insgesamt erscheinen die Vögel sehr dunkel. Es gibt aber auch helle Varianten, die deutlich mehr weiß auf der Oberseite tragen. Ein verlässlicheres Kennzeichen ist der gebänderte Schwanz.

 

Foto: Z. Tunka, LBV-Archiv
Foto: Z. Tunka, LBV-Archiv

 

 

Die Bussardfamilie

Zur Jagd sucht der Mäusebussard Felder, Weiden und Wiesen auf. Dort erbeutet er vor allem Feldmäuse. Auch junge Kaninchen, Reptilien und sogar Insekten stehen auf seinem Speiseplan.

Sein Familienleben findet jedoch im Wald oder in kleinen Gehölzgruppen statt. Mitte Februar treffen sich Männchen und Weibchen in „ihrem“ Revier. Meist haben sie dort schon im Vorjahr erfolgreich gebrütet. Um einander nach einem langen Winter wieder näher zu kommen, spielen sie im Flug miteinander. Sie kreisen und segeln gemeinsam und lassen dabei oft den typischen „hiää“-Ruf hören. Dann wird der Horst des Vorjahres mit frischen grünen Zweigen ausgebessert. Er liegt meist in einem hohen Baum und wird oft über mehrere Jahre hinweg genutzt.

Mitte März beginnt das Weibchen 2 – 3 Eier zu legen. Nach etwa einem Monat schlüpfen daraus die Kücken. Sie werden mindestens 42 Tage lang von den Eltern gehudert und gefüttert. Dann verlassen sie den Horst. Oft endet ihr erster Flug mit einer Bruchlandung im nächstgelegenen Baum. Dort bleiben sie erst einmal und werden weiter von den Eltern versorgt. In dieser Zeit nennt man die Jungen auch „Ästlinge“. Sobald die Jungvögel in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, stellen die Eltern das Füttern ein. Die Jungvögel verlassen dann das Revier der Eltern. Meistens ziehen sie einige Jahre umher, bevor sie ein eigenes Revier und einen Partner finden.

Bussard-Horst in einer Birke. Foto: H. Zinnecker, LBV-Archiv
Bussard-Horst in einer Birke. Foto: H. Zinnecker, LBV-Archiv
Mäusebussard späht nach Beute. Foto: M. Gläßel, LBV-Archiv
Mäusebussard späht nach Beute. Foto: M. Gläßel, LBV-Archiv

 

 

Foto: P. Altrichter, LBV-Archiv
Foto: P. Altrichter, LBV-Archiv

Wussten Sie schon, dass…

  • der älteste bekannte Mäusebussard 25 Jahr alt wurde? Die meisten Bussarde werden jedoch nur um die sechs Jahr alt.
  • nur etwa 50 % der ausgeflogenen Jungvögel den ersten Winter überleben?
  • der Mäusebussard im Winter auch Aas und vom Straßenverkehr getötete Tiere frisst?
  • Bussardweibchen meist etwas größer und schwerer sind, als die Männchen?
  • Mäusebussarde im Winter kein Revier verteidigen? Die Vögel streifen dann auf der Suche nach Nahrung umher und kehren erst im Februar zurück.
© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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