In Maisschlägen mit Kiebitzen auf Herbizide verzichten

An sich ist ein Maisfeld ein guter Nistplatz für den Kiebitz. Der Boden ist nicht vollständig zugewachsen. Also können sich die Kiebitzküken ungehindert bewegen. Bei feuchter Witterung werden sie dort weniger durchnässt als in einer Wiese. Sie sterben daher seltener an Unterkühlung. Außerdem können sich die Küken bei Gefahr auf der braunen Erde bestens tarnen. Trotzdem kann der Maisacker zur Todesfalle werden. Nämlich dann, wenn die Küken in dem gespritzten Bestand nicht genügend Nahrung finden.

In ungespritzten Maisäckern gibt es mehr Wildkräuter. Von diesen Pflanzen ernähren sich Insekten, Spinnen und andere Kleintiere. Sie dienen wiederrum dem Kiebitz als Nahrung. In ungespritzten Maisbeständen nehmen Kiebitze außerdem weniger Chemikalien über die Nahrungskette auf. Das fördert die gesunde Entwicklung der Küken.

 

Vorgehen:

Verzichten Sie auf den Herbizideinsatz. Beikräuter werden, wenn nötig, mechanisch mit Hacke und Striegel reguliert. Empfehlenswert ist es, den Mais erst um den 10. Mai auzubringen. Er läuft dann schneller auf, da der Boden wärmer ist. Nach vier Wochen wird das erste Mal gehackt.

 

Kosten und Aufwand:

Sie sparen sich das Spritzmittel. Zusätzlicher Arbeitsaufwand für das Hacken und Striegeln, wenn Sie mechanisch regulieren. Bei hohem Unkrautdruck ist eine Ertragsminderung möglich.

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Eine Untersaat im Mais anlegen

Kiebitzküken fressen Insekten und Spinnen, die sie auf der Bodenoberfläche finden. Auf dem nackten Boden eines Maisfeld leben jedoch kaum Kleintiere. Die Küken finden nicht genügend Nahrung und verhungern. Mit einer Unterssat im Mais können Sie dem Kiebitz helfen. Die Untersaat bildet eine Krautschicht, in der Insekten und Spinnen leben können. Diese werden von den Küken gefressen.

Mais eignet sich gut für eine Untersaat, weil die Reihenabstände groß sind und er langsam aufwächst. Normalerweise werden Maisuntersaaten zum Schutz vor Erosion angelegt.

Sie haben aber noch andere Vorteile:

  • Sie verbessert die Tragfähigkeit des Bodens
  • Eine Leguminosen-Untersaat fixiert Stickstoff
  • Nach der Ernte ist eine Weide möglich
  • Nach der Ernte wird der Reststickstoff im Boden aufgezehrt

Nachteile einer Untersaat ergeben sich vor allem in Trockengebieten. Hier ist die Untersaat ein Wasserkonkurrent des Mais. Weil der Mais in seiner zweiten Entwicklungsphase rasch wächst, kann ein Licht- und Nährstoffmangel für die Untersaat entstehen. Sie gelingt daher nicht immer gut.

 

Vorgehen:

Für Vögel ist es besonders günstig, wenn die Untersaat bald nach der Hauptsaat ausgebracht wird. Anderenfalls können dabei Gelege zerstört werden. Erfahrungen zeigen, dass es ab einer Wuchshöhe von ca. 10 cm kaum noch zu Ertragseinbusen kommt.

Empfehlenswert sind Saatgutmischung aus Klee, Knaulgras und Wiesenschwingel. Diese halten der Beschattung stand. Außerdem kann nach der Mais-Ernte beweidet werden. Reine Kleebestände sind auch möglich, aber ökologisch weniger wertvoll.

Verwenden Sie einen Düngestreuer zur Aussaat. Die Einarbeitung kann mit dem Netzstriegel erfolgen.

 

Aufwand und Kosten:

  • Geringfügige Ertragsminderung.
  • Ein zusätzlicher Arbeitsgang ist nötig.
  • Kosten für das Saatgut: ca. 20 kg/ha, bei etwa 230 Euro /dt

Einen Erfahrungsbericht zu Untersaat im Mais finden Sie hier: www.brandmair-hof.de/inhalt/pflanzenbau/mais/UntersaatenMais/UntersaatenMais.html 

Mais mit Weißklee und Kletterbohne als Untersaat.
Hier wurde Erdklee als Untersaat verwendet. Fotos: A. Brandmair
Hier wurde Erdklee als Untersaat verwendet. Fotos: A. Brandmair

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Nester während der Bearbeitung des Ackers entfernen

Wenn Sie es nicht vermeiden können, Ihren Maisacker zur Brutzeit der Kiebitze zu bearbeiten, können Sie die Nester während des Arbeitsgangs entfernen. Danach werden die Nester auf ihren ursprünglichen Standort zurückgelegt. Natürlich müssen Sie die Nester zuvor ausfindig gemacht haben. Mehr dazu können Sie im Kapitel Neststandorte markieren nachlesen.

Studien in der Schweiz haben ergeben, dass etwa die Hälfte der Kiebitze danach weiterbrütet. Besonders effektiv ist die Maßnahme, wenn die Kiebitze vorher schon eine Weile brüten können. Das bedeutet, wenn Sie Ihren Maisacker erst Mitte April bearbeiten, steigen die Erfolgschancen dieser Maßnahme. Auch der Grad der Veränderung der Umgebung spielt eine Rolle. Bei der Direktsaat von Mais wird der Boden vorher nicht bearbeitet. Dadurch wird der Neststandort nur wenig verändert. Danach setzten mehr Kiebitze die Brut fort. Schließlich ist auch die Dauer des Arbeitsgangs von Bedeutung. Je länger die Kiebitze nicht zu ihrem Nest zurückkehren können, desto schlechter stehen die Chancen. Nach langen Arbeitsgängen sind oft die Krähen schneller am Nest, als die Kiebitzeltern. Versuchen Sie deshalb, die Arbeiten schnell zu erledigen.

 

Vorgehen:

Arbeiten Sie mit Vogelschützern zusammen. Markieren Sie die Nester auf Ihrem Feld mit Hilfe von langen Holzpflöcken. Näheres dazu finden Sie bei im Maßnahmen-Kapitel Neststandorte markieren. 

Am besten ist, wenn Sie mit zwei Helfern zusammenarbeiten. Ein Helfer nimmt das Gelege aus dem Nest. Es wird in einer gepolsterten Schachtel zwischengelagert. Unmittelbar vor dem Pflug wird das Nistmaterial mit einer Schaufel ausgegraben. Es bleibt auf der Schaufel, bis der Pflug vorbeigefahren ist. Dann wird es auf den bearbeiteten Untergrund zurückgebracht. Dabei kann es sinnvoll sein, vorher mit der Faust eine flache Mulde in den Boden zu drücken. Das Nest sollte möglichst genau an der ursprünglichen Stelle plaziert werden.

Falls nach dem Pflügen geeggt wird, wiederholen Sie den Vorgang.

 

Kosten und Aufwand:

Großer zeitlicher Aufwand für das Suchen und Markieren der Nester. Terminliche Absprachen mit den Helfern sind nötig. Planen Sie etwas mehr Zeit für den Arbeitsgang ein.

Keine Kosten.

 

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Nester vor Dünger und Pestiziden schützen

Düngemittel und Pestizide können den Gasaustausch im Ei beeinträchtigen. Dadurch kann die Gesundheit des Kiebitz-Jungen geschädigt werden. Auch stehende Feuchtigkeit im Nest kann sich negativ auswirken.

Der Schutz der Kiebitznester ist einfach, wenn Sie wissen, wo sich die Nester befinden. Stülpen Sie einfach einen Plastikeimer über das Nester, bevor Sie Gülle oder Spritzmittel ausbringen. Vergessen Sie nicht, die Eimer danach möglichst schnell zu entfernen.

 

Aufwand und Kosten:

Geringer Zeitaufwand. Keine Kosten.

 

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Kiebitznester, die in Fahrspuren liegen versetzen

Kiebitznester bestehen oft aus trockenen Halmen und werden gerne in Mulden angelegt. Foto: D. Menzler, www.oekolandbau.de
Kiebitznester bestehen oft aus trockenen Halmen und werden gerne in Mulden angelegt. Foto: D. Menzler, www.oekolandbau.de

In Maisäckern legen Kiebitze ihre Nester manchmal in den Fahrspuren von Traktoren an. Dort sind sie natürlich bei der Bearbeitung hinterlich. Sie können außerdem leicht aus Versehen zerstört werden. Von dort können Sie ein Nest entfernen und an eine nicht gefährdete Stelle versetzen.

 

Vorgehen:

Das Nest sollte nicht weiter als einen halben Meter vom ursprünglichen Standort entfernt werden. Am besten setzt man es einfach an den Rand der nächsten Maisreihe. Dort drückt man zuerst mit der Faust eine flache Mulde in den Boden. Dann packt man das Nest samt Gelege vorsichtig mit beiden von unten an und setzt es auf den neuen Standort.

 

Aufwand und Kosten:

Geringer Zeitaufwand. Keine Kosten.

 

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