Das Rebhuhn - ein Tarnungskünstler

Rebhühner sind nicht leicht zu beobachten. Ihr braun-graues Gefieder ist ein optimales Tarnkleid. Sie verstehen es zudem ausgezeichnet, selbst kleinste Geländestrukturen als Versteck zu nutzen. Bei Gefahr drücken sie sich flach auf den Boden. Kommt ihnen ein Mensch zu nahe, fliegen sie häufig erst im letzten Moment auf und versuchen, eine nahegelegene Deckung zu erreichen.

Rebhühner erkennt man an ihrer kräftigen, gedrungenen Gestalt. Der Schwanz und die Beine sind kurz. Ausgewachsene Tiere sind etw halb so groß wie ein Haushuhn. Sie haben einen rostroten Kopf und einen dunklen Fleck auf der Brust. Henne und Hahn unterscheiden sich kaum. Meistens bewegen sich Rebhühner schreitend vorwärts, sie können aber auch schnell laufen. Der Flug erfolgt niedrig über dem Boden. Dabei entsteht ein burrendes Fluggeräusch. Der Flug wird von längeren Gleitstrecken unterbrochen.

Die schnarrenden Rufe des Rebhuhns sind am besten in den frühen Morgen- oder Abendstunden zu hören. Am häufigsten ruft das Männchen während der Balzzeit von Februar bis März. Sein Ruf klingt wie „ kirreck“. Seinen Namen verdankt das Rebhuhn dem gellenden „repreprep“, das es bei Überraschung ausruft.

Rebhahn und Rebhenne. Foto: Z. Tunkja, LBV-Archiv
Rebhahn und Rebhenne. Foto: Z. Tunkja, LBV-Archiv

 

 

Das Rebhuhn im Jahreslauf

Im Winter leben Rebhühner in Gruppen mit bis zu 25 Vögeln zusammen. Diese Gruppen werden von Jägern auch als Volk bezeichnet. Mit Einsetzen der Schneeschmelze beginnen diese, sich aufzulösen. Rebhähne versuchen, fremden Gruppen ein Weibchen abzuwerben. Dazu richten sie sich auf und präsentieren mit leicht herabhängenden Flügeln ihre Brust. Hat sich ein Paar gefunden, wird von der Henne ein geeigneter Brutplatz gewählt. Sie bevorzugen Standorte, die schon früh im Jahr einen ausreichenden Sichtschutz bieten. Meist sind das Flächen mit Vegetation aus dem Vorjahr. Die Henne scharrt eine flache Bodenmulde und kleidet sie mit weichen Pflanzenfasern aus. Die Eiablage kann von Mitte April bis Juli erfolgen und ist von der Witterung abghängig. Durchschnittlich legt die Henne 15 Eier, die sie alleine bebrütet. Verlässt die Henne das Nest, deckt sie die Eier mit Halmen und Blättern zu. Das Männchen bleibt während der Brutzeit in der Nähe des Nests. Männchen und Weibchen gehen gemeinsam auf Nahrungssuche.

Von Juli bis August, nach rund 25 Tagen Brutzeit, schlüpfen die Küken. Sie sind Nestflüchter. Das bedeutet, sie verlassen gleich nach dem Trockenwerden das Nest. Gelegentlich kann man beobachten, wie sie unter Führung der Elterntiere in einer Reihe hintereinander über das Feld laufen. Jäger nennen die Rebhuhnfamilie dann auch „Kette“. Die Kette bleibt bis ins nächste Jahr zusammen. In strengen Wintern können sich mehrere Familien zur gemeinsamen Nahrungssuche zusammenschließen.

 

 

Wussten Sie schon, dass das Rebhuhn...

  • in schneereichen Wintern Schneehöhlen gräbt? Dort verbringt es den größten Teil des Tages.

  • ihren Wasserbedarf fast auschließlich über die Nahrung decken können? Der Wassergehalt der Pflanzen und der Tau auf den Futterpflanzen reicht ihnen völlig aus.

  • junge Rebhühner gefährlich leben? Nur etwa die Hälfte aller geschlüpften Jungvögel überlebt bis zum August. Vor allem Witterung und Insektenvorkommen sind dabei ausschlaggebend.

  • Vogel des Jahres 1991 war?

 

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Was das Rebhuhn frisst

Foto: Z. Tunka, LBV-Archiv
Foto: Z. Tunka, LBV-Archiv

Rebhendl lieben die Abwechslung!

Ihr Speiseplan ist je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich.

Im Winter ist frische, grüne Nahrung knapp. Sie scharren daher vor allem Samen von Wildkräutern und Gräser unter dem Schnee frei und picken sie auf. Auch einzelne Getreidekörner, die von der Ernte übrig geblieben sind, werden auf Stoppelfeldern aufgelesen.

Mit dem Erscheinen der ersten Frühlingspflanzen wird auch der Speiseplan des Rebhuhns bunter. Jetzt frisst es die zarten Spitzen der Wildkräuter und Gräser. Eine besondere Delikatesse sind verschiedene Knötericharten und Hahnenfußgewächse. Gerne frißt es auch Klee und Luzerneblätter.

Mit dem Ausreifen der ersten Getreideähren nimmt der Anteil an Getreidekörnern in der Nahrung zu. Weizen und Gerste schmecken dem Rebhuhn dabei besser als Roggen und Hafer.

Im Sommer bereichern Ameisen, Blattläuse und Schnecken das Menue des Rebhuhns. Auch Regenwürmer holt es aus der Erde, indem es mit den Füßen scharrt. Die freigelegten Würmer werden dann mit Picken aufgenommen. Jungvögel ernähren sich in den ersten Lebenswochen fast ausschließlich von Insekten und deren Larven. Sie benötigen die eiweißreiche, tierische Nahrung für ein gutes Wachstum.

Der Herbst bietet dem Rebhuhn besondere Leckereien. Beeren und andere kleine Früchte an Hecken und Sträuchern versucht es durch Hüpfen zu erreichen.

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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