Großer Rheinischer Bohnapfel

Auch bekannt als: Großer Bohnapfel, Anhalter, Bohnapfel, Gros Bohn, Jockerle, Weißer Bohnapfel

Geschichte: Im Rheinland entstanden und 1979 das erste Mal ausführlich beschrieben.

Standort: Liebt kalkreiche, warme Böden. Sollte auf durchlässigem, aber nicht zu trockenem Grund stehen. Auf feuchten Standorten krebsanfällig; gedeiht am Besten in warmen bis mäßig kühlen Obstbaugebieten. Das Holz ist frosthart. Auch in Höhenlagen, für Straßen und Viehweidenbepflanzung. Nicht auf Nordhängen.

Pflege: Nach Aufbauschnitt einige Auslichtungs- und Verjüngungsschnitte im Kronenbereich, sonst wenig Pflege nötig.

Blüte: Mittelfrüh, frosthart, schlechter Pollenspender. Ein guter Bestäubungspartner ist die Annanasrenette.

Frucht: Pflückreife Früchte hellgelb, später gelb bis hellrot. Der Geschmack ist süßsäuerlich. Der Ertrag kann alternieren.

Pflückreife: Mitte Oktober bis November.

Genussreife: Ab Februar. Oft bis Juni lagerfähig.

Verwendung: Sehr gute Sorte für Most- und Obstweinherstellung.

Foto: S. Teschke, Wikipedie 13.12.10
Foto: S. Teschke, Wikipedie 13.12.10

Roter Eiserapfel

Auch bekannt als: Bamberger, Brasilienapfel, Christapfel, Drei Jahre dauernder Streifling, Eisapfel, Eiser Rouge, Herzapfel, Klosterapfel, Kohlapfel, Krieger, Mahrenholz, Mohrenborsdorfer, Mohrenkopf, Mohrenstettiner, Nägelesapfel, Paradiesapfel, Pomme Eiser Rouge, Roter Krieger, Roter Winterkalvill, Schornsteinfeger, Winterstettiner, Zigeunerapfel

Geschichte: Herkunft unbekannt, aber schon im 16. Jahrhundert in Bamberg und Nürnberg bekannt

Standort: Bringt auf wenig fruchtbaren, schweren und feuchten Böden reiche Ernten. Auch für Höhenlagen geeignet, da das Holz frosthart ist. Nicht geeignet für feuchte Tallagen.

Pflege: Aufwand gering, sehr robuste Sorte.

Blüte: Sehr spät, aber lange andauernd und frosthart. Schlechter Pollenspender. Geeignete Befruchter sind Gelber Edelapfel, Goldparmäne, Roter Trierscher Weinapfel, Boikenapfel, Edelborsdorfer…

Frucht: Duftend, kräftig rot, Geschmack süß-säuerlich. Die Äpfel sind lange lagerfähig, daher der Name „Drei Jahre dauernder Streifling“. Früher als  "Krampusapfel" zu Nikolaus an die Kinder verteilt. Früchte lassen sich in Erdmieten aufbewahren, da sie fast nie faulen.

Pflückreife: Die Ernte sollte spät erfolgen, am Besten erst Ende Oktober.

Genussreife: Ab Dezember. Oft bis Juni lagerfähig.

Verwendung: Gute Wirtschaftsorte, mittelmäßiger Tafelapfel.

Eiseräpfel können besonders lange gelagert werden. Foto: S. Teschke, Wikipedia 13.12.10
Eiseräpfel können besonders lange gelagert werden. Foto: S. Teschke, Wikipedia 13.12.10

Fiessers Erstling

Auch bekannt als: Rotfranche

Geschichte: Erstmals 1898 von Fiesser in Baden-Baden gezüchtet.

Standort: Geringe Bodenansprüche, am Besten auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden. Klimatisch robust und frosthart. Widerstandsfähig gegenüber Schorf und Mehltau.

Pflege: Kaum Pflege nötig.

Blüte: Mittelspät, unempfindlich.

Frucht: Sehr große, gelb-rote Früchte mit saftig-säuerlichem Aroma. Ertrag früh einsetztend, etwas alternierend.

Pflückreife: Ernte ab Mitte September

Genussreife: ab November, haltbar bis Februar.

Verwendung: Sehr gute Mostsorte.

Sonnenwirtsapfel

Geschichte: Der Sämling wurde in Backnang (Baden-Württemberg) auf dem Grundstück des Sonnenwirts gefunden

Standort: Geringe Ansprüche an Boden und Klima, breit anbaufähig. Holz frosthart. Sehr robust gegenüber Krankheiten.

Pflege: Aufwand gering, sehr robuste Sorte

Blüte: Mittelfrühe Blüte.

Frucht: Groß, fest und sehr saftig. Angenehmer feinsäuerlicher Geschmack. Erträge mittelspät einsetzend und regelmäßig.

Pflückreife: Ab Oktober.

Genussreife: Ab Dezember, haltbar bis März.

Verwendung: Gute Wirtschaftsorte.

 

Erbachhofer Weinapfel

Auch bekannt als: Erbachhofer, Erbachhofer Mostapfel

Herkunft: Stammt aus dem Sauerland, Sorte ist älter als 100 Jahre.

Standort: Ansprüche an Boden und Klima gering. Auch auf schlechten Böden, wenn der Standort ausreichend warm ist. Auch in mittleren Höhenlagen. Robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Pflege: Geringer Pflegeaufwand.

Blüte: Mittelfrüh, frosthart, guter Pollenspender.

Frucht: Kleine bis mittelgroße Früchte. Zur Reifezeit kräftig rot. Schale etwas fettig. Säuerlich-würziger Geschmack. Ertrag spät einsetzende, dann aber hoch.

Pflückreife: Ernte ab Ende September.

Genussreife: Verarbeitung am Besten im Oktober. Die Früchte sind bis Januar lagerfähig.

Verwendung: Guter Mostapfel.

Foto: S. Teschke, Wikipedia 17.12.10
Foto: S. Teschke, Wikipedia 17.12.10

Biesterfelder Renette

Herkunft: Auf Schloß Biesterfeld (Nordrhein-Westfalen) um 1900 entstanden. Pfarrer Wilhelm Wilms aus Nieheim beschreibt sie 1904 erstmals und verbreitet sie weiter. Seit 1905 regelmäßig im Anbau.

Standort: Generell anspruchslos. Verträgt keine schweren Böden, dann anfällig für Stippe. Sonst widerstandsfähig gegen Krankheiten. Gut geeignet für warme bis gemäßigte Klimagebiete in sonnigen Lagen. Dann auch in mittleren Höhen.

Pflege: Mittlerer Aufwand.

Blüte: Mittelfrüh, schlechter Pollenspender.

Frucht: Grüngelb bis rot. Schale fettend bis klebrig. Geschmack säuerlich-süß und würzig. Frucht ist etwas druckempfindlich. Erträge können alternieren.

Pflückreife: Ab September.

Genussreife: Ab Oktober. Früchte haltbar bis Dezember.

Verwendung: Guter Tafelapfel.

Hmm, lecker: Die Biesterfelder Renette. Foto: S. Teschke, Wikipedia 13.12.10
Hmm, lecker: Die Biesterfelder Renette. Foto: S. Teschke, Wikipedia 13.12.10

Horneburger Pfannkuchenapfel

Herkunft: Um 1875 gefunden, ursprünglich Lokalsorte aus Horneburg/Niedersachsen.

Standort: Bevorzugt schwere und feuchte Böden. Gut für Höhen- und mittlere Lagen geeignet. Nicht an trockenen Standorten, dann Mehltauempfindlich. Auf wechselfeuchten Standorten anfällig für Obstbaumkrebs. Holz und Frucht frostunempfindlich.

Pflege: Aufwand gering bis mittel.

Blüte: Mittelfrüh blühend, lang anhaltend, witterungsunempfindlich, schlechter Pollenspender.

Frucht: Rot-gelb gefärbte, etwas wachsige Schale. Früchte duften im Lager intensiv. Geschmack säuerlich. Ertrag tritt spät ein, ist aber regelmäßig.

Pflückreife: Ernte ab Oktober.

Genussreife: Ab November, Haltbarkeit bis März.

Verwendung: Mittelmäßiger Tafelapfel, sehr guter Wirtschaftsapfel.

Schöner aus Wiltshire

Auch bekannt als: Weiße Wachsrenette, Wiltshire.

Herkunft: Wurde von in Wiltshire, Südengland, um 1800 aus einem Apfelkern gezogen. Von Herrn F.X. Silbereisen um 1920 in Niederbayern als Weiße Wachsrenette verbreitet. Von Herrn Oberregierungsrat Trenkle, ehemaliger Leiter des Obstbauinstitutes Weihenstephan, um 1930 als Schöner aus Wiltshire identifiziert. Seitdem in ganz Deutschland unter diesem Namen verbreitet.

Standort: Geringe Ansprüche an den Boden. Breit anbaufähig. Sehr frosthart, gedeiht daher auch in rauen und hohen Lagen. Nicht in geschlossenen Lagen.

Pflege: Aufwand gering. Strenge Schnitterziehung, später gelegentliche Auslichtungsschnitte.

Blüte: Mittelfrüh, sehr widerstandsfähig. Guter Pollenspender.

Frucht: Große, hellgelbe Frucht. Geschmack feinsäuerlich bis süß, aromatisch. Erträge setzen spät ein, sie sind regelmäßig und hoch.

Pflückreife: Ab Mitte Oktober.

Genussreife: Ab November, Haltbarkeit bis Dezember.

Verwendung: Mittelguter Tafelapfel, guter Wirtschaftsapfel. Besonders in Bayern zur Saft- und Mostherstellung verbreitet.

Lohrer Rambur

Auch bekannt als: Grummelore, Kloster-Rambour, Klosterrambur, Krumme Lore, Schwaikheimer Rambour, Sternwirtsapfel, Zocklerapfel.

Herkunft: Stammt aus Baden-Württemberg. Seit 1830 bekannt.

Standort: Wenig Ansprüche an Boden und Klima. Bis 600 m Höhe anbaufähig. Nicht geeignet für nährstoffarme und sehr schwere Böden. Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

Pflege: Geringer Pflegeaufwand.

Blüte: Mittelfrüh. Schlechter Pollenspender.

Frucht: Große, saftige Früchte. Geschmack süß-säuerlich, wenig würzig. Ertrag ist spät einsetzend und hoch; kann alternieren.

Pflückreife: Ab Oktober.

Genussreife: Ab Januar, Haltbarkeit bis Mai.

Verwendung: Guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.

Der Lohrer Rambur ist ein guter Streuobstapfel. Foto: S. Teschke, Wikipedia 13.12.10
Der Lohrer Rambur ist ein guter Streuobstapfel. Foto: S. Teschke, Wikipedia 13.12.10

Luxemburger Renette

Auch bekannt als: Luxemburger Renette, Triomphe de Luxembourg, Coastress, Luxemburger Triumph, Obstgartenrenette, Reinette des Vergers, Verger.

Herkunft: Sorte stammt aus Luxemburg, 1860 das erste Mal beschrieben.

Standort: Stellt keine Ansprüche an Boden und Klima. Sehr resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Holz ist sehr frosthart.

Pflege: Aufwand gering. Baum kräftig im Wuchs, wird sehr groß.

Blüte: Spät, unempfindlich gegen Frost.

Frucht: Mittelgroße saftige Früchte, Geschmack mild und süß. Ertrag setzt spät ein, ist dann aber groß.

Pflückreife: Ab Oktober.

Genussreife: ab Februar; sehr lange Haltbarkeit der Früchte in Naturlagern, teilweise bis Juni.

Verwendung: Als Tafel- und Wirtschaftsapfel geeignet.

Der Luxemburger Triumph gehört zu den anspruchslosesten Apfelsorten. Foto: S. Teschke, Wikipedia 17.12.10
Der Luxemburger Triumph gehört zu den anspruchslosesten Apfelsorten. Foto: S. Teschke, Wikipedia 17.12.10
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