Verwenden Sie alte Sorten.

Inzwischen gibt es viele krankheitresistente, neue Obstsorten (so gennannte "re-Sorten"). Viele dieser Sorten eignen sich jedoch nicht gut für den Streuobstanbau. Sie sind oft nicht hochwüchsig genug und nicht besonders robust. Zudem fehlen Langzeiterfahrungen im Streuobstanbau.

Alte Sorten sind robust und unempfindlich gegenüber Klimaveränderung. Sie müssen meist weniger gepflegt werden. Außerdem sind sie geschmacklich vielfältig. Manchmal sind sie für Allergiker besser verträglich.

Alte Sorten werden nicht industriell angebaut. Sie sind meistens zwischen 100 und 200 Jahre alt. Durch den Rückgang der Streuobstflächen sind sievom Aussterben bedroht. Gerade wegen der genannten Vorteile ist es von großer Wichtigkeit, alte Sorten zu bewahren. Sie bilden die genetischen Ressourcen, von denen vielleicht einmal die Zukunft des Obstanbaus abhängen wird.

Alte Apfel-Sorten die für den Streuobstanbau empfohlen werden können, sind zum Beispiel: Roter Eiserapfel, Pfaffenhofener Schmelzling, Gewürzluiken, Börtlinger Weinapfel und Adersleber Kalvill.

Die Sorten Rheinischer Bohnapfel, Schöner aus Wiltshire und Schneiderapfel sind außerdem gegen Feuerbrand resistent.

Ausführliche Information zum Thema Feuerbrand finden Sie auf den Seiten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft: http://www.lfl.bayern.de/ips/haus_und_kleingarten/17312/index.php#Krankheitssymptome

 

Verwenden Sie lokale Sorten.

Lokale Sorten sind nur in einem bestimmten Gebiet verbreitet. Sie sind deshalb besonders gut an die örtlichen Bedingugen angepasst. Aber oft sind sie deswegen auch besonders gefährdet.

Es lohnt sich, alte oder lokale Sorten ausfindig zu machen! Oft sind mit diesen Sorten spannende Geschichten verknüpft.

Wenn sie Lokalsorten Ihrer Region ausfindig machen, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Sorten. Oft ist über diese Sorten nur wenig in der Literatur bekannt. Fragen Sie daher die Besitzer von Streuobstwiesen in ihrer Region nach alten und lokalen Sorten. Ziehen Sie ggf. einen Fachmann von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (Abteilung für Landschaftpflege) hinzu.

Alte oder lokale Sorten sind oft schwer erhältlich. Sie werden in den Baumschulen nicht angeboten, da sie zu selten nachgefragt werden. Von der Sortenerhaltungszentrale können jedoch Reiser bezogen werden. Diese können dann in einer Baumschule veredelt werden. Mehr Infomationen hierzu finden Sie im Internet unter: www.kob-bavendorf.de/arbeitsbereiche/streuobst/kernobst/bezug-obstbaeume

Es bietet sich daher meist an, auf das bayernweit bewährte Sortiment zurückzugreifen. Dieses wird dann mit ein oder zwei Lokalsorten ergänzt.

Die Glasrenette ist eine seltene Lokalsorte im bayerischen Bodenseeraum. Foto: S. Teschke, Wikipedia 09.01.2011
Die Glasrenette ist eine seltene Lokalsorte im bayerischen Bodenseeraum. Foto: S. Teschke, Wikipedia 09.01.2011
Der Rote Ausbacher wurde bereits im 18. Jahrhundert in der Rhön angebaut. Foto: S. Teschke, Wikipedia 09.01.2011
Der Rote Ausbacher wurde bereits im 18. Jahrhundert in der Rhön angebaut. Foto: S. Teschke, Wikipedia 09.01.2011

Lokale Apfelsorten

Aschaffenburg: Großmutterapfel, Roter Bürgstädter

Cham: Roter Fuchserer, Süßling, Strahlfelder Großmutterapfel

Dillingen a. d. Donau: Kesseltaler Streifling

Lindau: Butzenhiesler, Jakobacher, Glasrenette, Schmotzenapfel, Winterzitronenapfel

Miesbach: Oberhaslinger

Miltenberg: Hermanns Apfel, Steinbacher, Wallstadter Rosenapfel

Neu-Ulm: Beyerapfel

Oberschwaben: Roter Zollker, Allgäuer Kalvill, Früher Isnyer

Rhön: Seebaer Borsdorfer, Reders Goldrenette,  Pflankenapfel,  Münnerstädter Apfel, Roter Ausbacher, Streifapfel, Rhöner Schafsnase

Straubing-Bogen: Karl Miethanner, Neukirchner Rambur

Weißenburg-Gunzenhausen: Hürther Apfel

 

Lokale Birnensorten

Augsburg, Fürstenfeldbruck: Schwäbische Wasserbirne

Bayerischer Bodensee: Goldbirne, Kornbirne, Weitfelder Birne, Baldschmiedler 

Mühldorf am Inn: Gänskragen

Neumarkt i. d. Oberpfalz: Eisenhütl-Birne

Neustadt a. d. Aisch: Knäckerbirn

Neu-Ulm: Weißenhorner Birne

Passau: Kolberreutbirne

Straubing-Bogen: Weingartler

Würzburg: Röhrlesbirne

 

Nützliche Adressen

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

Martin Degenbeck, Abteilung Landespflege

Telefon: 0931 - 98 01 407

Fax: 0931 - 98 01 400

 

Kompetenz-Zentrum Obstbau-Bodensee

Dr. Ulrich Mayr, Leiter der Sortenerhaltungszentrale

Telefon: 0751 - 79 03 316

E-mail: mayr@kob-bavendorf.de

 

Landschaftspflegeverbände in Bayern

Beate Krettinger, DVL-Koordinierungsstelle Bayern

Telefon: 0981 - 4653 3542


Fax: 0981 - 4653 3550

E-Mail: krettinger@lpv.de

Übersicht der Verbände in Bayern und regionale Ansprechpartner finden Sie auf der Seite: www.lpv.de/index.php

 

 

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