Zeitpunkt

Die Ernte zum richtigen Zeitpunkt entscheidet über Geschmack und Lagerfähigkeit der Früchte. Prinzipiell unterscheidet man bei Obstbäumen Pflück- und Genussreife.

Pflückreife: Zu früh geerntete Früchte können nachschrumpeln. Außerdem haben sie ihr volles Aroma noch nicht ausgebildet. Bleiben die Früchte zu lange am Baum, wird die Lagerfähigkeit beeinträchtigt. Die Früchte werden schneller mehlig und faulen leichter. Machen Sie also den Test: Heben Sie die Früchte leicht an. Wenn sie sich mit einer leichten Drehung samt Stiel vom Fruchtholz lösen, sind sie pflückreif.

Genussreife: Viele Apfelsorten sind bei der Ernte noch sehr sauer. Sie erreichen ihr volles Aroma erst nach mehreren Monaten der Lagerung.

Bei Birnen liegen Pflück- und Genussreife weniger weit auseinander. Es ist daher besonders wichtig, Birnen pflückreif zu ernten, wenn sie noch einige Zeit gelagert werden sollen.

Kirschen und Zwetschgen reifen nicht nach. Sie sollten immer bis zu Genussreife am Baum hängen bleiben. So können sie ihr volles Aroma entfalten. Machen Sie den Geschmackstest: Wenn die Früchte süß und aromatisch schmecken, sind sie reif.  Am besten iss man sie gleich nach der Ernte. Überzählige Früchte sollten direkt weiterverarbeitet werden, da sie nur wenige Tage haltbar sind.

 

 

Wie ernte ich mein Obst richtig?

Im Spätsommer beginnt für den Streuobstbauern die Zeit des Hochgenusses: jetzt reifen Kirchen und Zwetschgen. Etwas später können Herbstäpfel wie die Biesterfelder Renette und der Pfannkuchenapfel probiert werden. Ab Oktober pflückt man später Äpfel wie den Bohnapfel oder den Lohrer Rambur.

Damit Sie Ihr Obst richtig genießen können, sollten Sie bei der Ernte folgende Punkte beachten:

Zeitpunkt, Pflückhilfen, Maschineneinsatz, Vorgehen und Lagerung.

Am Ende dieser Seite finden Sie außerdem einige Nützliche Adressen.

Bei der Apfelernte kann die ganze Familie mithelfen! Foto: T. Staab, LBV-Archiv
Bei der Apfelernte kann die ganze Familie mithelfen! Foto: T. Staab, LBV-Archiv
Kirschenernte. Foto: C. Bria, LBV-Archiv
Kirschenernte. Foto: C. Bria, LBV-Archiv

Pflückhilfen

Für den Obstbauern gibt es viele kleine Helfer, die die Ernte erleichtern. Dazu zählen Obstpflücker, Schüttelhaken und Leitern.

Obstpflücker sind lange Stäbe an deren Spitze ein Messer befestigt ist. Damit wird die Frucht vom Baum geschnitten. Sie fällt in den darunter befestigten Leinenbeutel. Obstpflücker eignen sich besonders für Äpfel und Birnen.

Schüttelhaken sind lange Stäbe an deren Ende meist zwei Haken befestigt sind. Damit lassen sich einzelne Äste zur Ernte herunterbiegen. Sie können bei allen Obstsorten eingesetzt werden. Mostobstsorten können mit Hilfe der Schüttelhaken auch vom Baum geschüttelt werden.

Ohne Leiter keine Obsternte. Im Handel gibt es spezielle Obstbaumleitern. Es sind Modelle aus Aluminium und Holz erhältlich. Am Besten eigenen sich höhenverstellbare Leitern. Sie lassen sich an verschiedene Baumhöhen anpassen und ermöglichen eine ungefährliche Ernte. Überprüfen Sie Ihre Leiter unbedingt vor jedem Einsatz! Schadhafte Lietern verursachen immer wieder schwere Unfälle.

Apfelernte mit Schüttelhaken und Plane. Wenn mehrere Erntehelfer zusammenarbeiten, kann es ratsam sein, einen Helm zu tragen. Foto: BUND-Lemgo
Apfelernte mit Schüttelhaken und Plane. Wenn mehrere Erntehelfer zusammenarbeiten, kann es ratsam sein, einen Helm zu tragen. Foto: BUND-Lemgo

Maschineneinsatz

Der Einsatz von Maschinen lohnt sich vor allem bei größeren Baumbeständen.

Besonders die Mostobsternte kann durch den Einsatz von Maschinen wesentlich effizienter durchgeführt werden. Baumschüttler und Sammelmaschinen können häufig bei Maschinenringen ausgeliehen werden. Einige Ansprechpartner finden Sie weiter unten auf dieser Seite unter Nützliche Adressen.  Fragen Sie frühzeitig an!

Seilschüttler schütteln die Bäume mit Hilfe eines Drahtseils. Sie können am Heck eines Traktors befestigt werden. Hydraulische Baumschüttler haben einen Greifarm, der den Baumstamm oder dicke Äste umschließt. Die Meinungen über solche Schüttelgeräte gehen jedoch auseinander. Manche behaupten, das maschinelle Schütteln der Bäume würde das Wurzelwachstum anregen. Andererseits gibt es Befürchtungen, dass das Schütteln den Baum schädigt und seine Lebenszeit verkürzt.

Sammelmaschinen gibt es als handgeführte oder motorisierte Modelle. Mit einem Schaufelrad wird das Obst vom Boden aufgelesen und in einen Sammelbehälter befördert.

 

Die Goldparmänen sind pflückreif. Foto: BUND-Lemgo
Die Goldparmänen sind pflückreif. Foto: BUND-Lemgo

Vorgehen

Mähen Sie ihre Wiese rechtzeitig vor der Obsternte. Damit erleichtern Sie sich das Aufsammeln der Früchte. Gegebenenfalls können Sammelplanen und Maschinen dann besser eingesetzt werden.

Verschiedene Obstsorten sollten getrennt geerntet werden. Fallobst sollten Sie unbedingt getrennt vom Pflückobst einsammeln.

Wenn Ihnen beim Pflücken einzelne Früchte hinuterfallen, sammeln Sie diese separat auf. Werfen Sie sie nicht in harte Behälter, sondern legen Sie sie sanft auf einen weichen Untergrund. Nur unbeschädigte Früchte können eingelagert werden. Fallobst und Früchte mit Druckstellen sollten daher gleich weiterverarbeitet werden.

 

 

Apfelstiegen sind stapelbar und damit sehr platzsparend. Foto: BUND-Lemgo
Apfelstiegen sind stapelbar und damit sehr platzsparend. Foto: BUND-Lemgo

Lagerung

Verschiedene Sorten können unterschiedlich lange haltbar sein. Lagern Sie daher immer sortenrein. Sortieren Sie beschädigte vorher Früchte aus.

Die Lagerung erfolgt am Besten in gut belüfteten, kühlen Räumen. 2-4°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind ideal. Keller sind oft hervorragend geeignet.

Auch in einem Geräteschuppen hält sich das Obst gut. Decken Sie die Obstkisten mit etwas Zeitungspapier zu und überprüfen Sie die Früchte regelmäßig auf Fäulnis.

Besonders gut für die Lagerung eignen sich so genannte Apfelstiegen. Die Stiegen werden vom BUND-Lemgo in Kooperation mit der Lebenshilfe  gefertigt und können dort bezogen werden.

  • bestellformular2010.pdfHier können Sie das Bestellformular für die Apfelstiegen herunterladen. Mehr Information zu den Stiegen finden Sie auf http://www.bund-lemgo.de/lagerung-von-aepfeln.html

 

 

Nützliche Adressen

Maschinen-Verleih:

In Rottenberg (Raum Aschaffenburg) kann ein Feucht-Seilschüttler ausgeliehen werden. Das Gerät kann an Traktoren mit mindestens 15 PS Leistung angebaut werden. Es erleichtert die anstrengende Schüttelarbeit erheblich. Es besteht die Möglichkeit, sich die Bäume gegen Entgelt schütteln zu lassen oder den Schüttler gegen eine Gebühr von 15 € pro ½ Tag auszuleihen.

Interessenten melden sich bitte bei Hans-Joachim Hirte, Gräfenbergstr. 32, 63768 Rottenberg, Telefon: 06024 - 98 14 oder 0173 - 49 400 79.

 

Mostereien:

Wenn Sie mehr Obst ernten, als Sie selbst verbrauchen, können Sie eine Mosterei beliefern. Einige Mosteren verarbeiten auch kleine Mengen oder kaufen Obst aus der Region an. Mobile Mosterein kommen direkt zu Ihnen auf den Hof.

Hier finden Sie einige Adressen: Mosterein in Bayern

 

Regionale Streuobstinitiativen:

Streuobstibitiativen und Interessengemeinschaften helfen bei der Vermarkung  vermitteln Kontakte und beraten:

www.streuobst-bodensee.de

www.streuobst-mainfranken.de

www.streuobstinitiative-hersbruck.de

www.schlaraffenburger.de (Unterfranken)

www.coburger-streuobst.de

www.die-natur-gewinnt-immer.de/index.php?id=297 (Oberfranken)

www.rhoenapfel.de

www.kv-gartenbauvereine-bamberg.de/index.php?obstsortenanlage_lauf

 

Saftherstellung in einer Mosterei. Foto: BUND-Lemgo
Saftherstellung in einer Mosterei. Foto: BUND-Lemgo
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