Welche Obstart verwende ich?

Eine Streuobstwiese sollte am besten aus 60-80 % Apfelbäumen bestehen. Apfelbäume sind breit anbaufähig. Sie kommen mit den meisten Standorten zurecht. Außerdem bieten Apfelbäume besonders vielen Tieren einen Lebensraum. Sie haben ein weiches Holz, in dem leicht Höhlen entstehen können. Dort finden Gartenrotschwanz und Fledermäuse einen Unterschlupf.

Ergänzen Sie Ihre Apfelbäume mit einigen anderen Obstarten. Dazu kommen Birne, Zwetschge, Kirsche und Walnuss in Frage. Besonders vielfältig wird ihre Streuobstwiese, wenn Sie zusätzlich ein oder zwei Wildobstbäume pflanzen. Im Folgenden finden Sie die verschiedenen Obstarten mit ihren wichtigesten Eigenschaften aufgelistet.

 

Hier reift die Köstliche aus Charneu. Foto: BUND-Lemgo.
Zwetschgen. Foto: BUND- Lemgo
Zwetschgen. Foto: BUND- Lemgo
Unreife Walnüsse. Foto: Geidel, LBV-Archiv
Unreife Walnüsse. Foto: Geidel, LBV-Archiv
Quitten werden nicht mehr oft angebaut. Foto: T. Dürst, LBV-Archiv
Quitten werden nicht mehr oft angebaut. Foto: T. Dürst, LBV-Archiv

Birnen:

  • eignen sich für warme Lagem, am besten Weinbaugebiete
  • brauchen einen tiefgründigen Boden
  • nicht in der Nähe von Städten, da dort Gefahr von Gitterrostbefall besteht; Eine Bekämpfung ist im Streuobstanbau kaum möglich.
  • wegen hoher Kronenform auch für Wegränder geeignet

 

Zwetschge:

  • kommt an den meisten Standorten zurecht
  • auch für feuchten Böden geeignet
  • in Gebieten, in denen der Schraka-Virus vorkommt, sollten nur tolerante oder resistente Sorten gepflanzt werden

 

Kirsche:

  • verträgt keine staunassen Böden
  • auch für magere Kalkböden geeignet
  • kommt mit kühleren Temperaturen zu recht, eignet sich daher auch für Höhenlagen

 

Walnuss:

  • sehr empfindlich gegenüber Spätfrost; daher nur für warme Lagen geeignet, gut in Weinbaugebieten
  • am besten in sonnigen Hanglagen pflanzen
  • braucht tiefgründige, durchlässige Böden

 

Quitte:

  • frostanfällig, vor allem im Herbst, daher nur für warme Lagen geeignet
  • verträgt keine Staunässe
  • anfällig gegenüber Feuerbrand
  • rohe Frucht nicht zum Verzehr geeignet, Verwendung als Saft, Wein, Gelee und Süßgebäck

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Wildobst

Je vielfältiger ihre Streuobstwiese, desto besser. Wenn Sie möchten, können Sie die Kultur-Obstbäume durch einzelne Wildobstbäume ergänzen.

Holzapfel und Holzbirne sind die Urformen unserer heutigen Apfel- und Birnbäume. Sie haben ähnliche Ansprüche wie die entsprechenden Kulturformen. 

Speierling und Elsbeere sind bedrohte Baumarten. Mit ihrer Pflanzung leisten Sie einen Beitrag zum Erhalt dieser seltenen Arten.

Die Mispel wird nur bis zu 6 m hoch. Sie eignent sich daher nur bedingtt für Streuobstwiesen. Achten SIe darauf, dass der Baum bei der Bewirtschaftung nicht hinderlich ist.

Alle Wildobstbäume sind gute Bienenweiden. Die Früchte werden von heimischen Vögeln gerne gefressen.

 

Der Speierling war früher in Unterfranken verbreitet. Foto: T. Stephan, LBV-Archiv
Der Speierling war früher in Unterfranken verbreitet. Foto: T. Stephan, LBV-Archiv
Die Elsbeere gehört zu den gefährdeten Baumarten. Foto: T. Stephan, LBV-Archiv
Die Elsbeere gehört  zu den gefährdeten Baumarten. Foto: T. Stephan, LBV-Archiv
Früher war die Mispel in Unterfranken verbreitet. Foto: A. Dunn, Wikipedia 10.12.10
Früher war die Mispel in Unterfranken verbreitet. Foto: A. Dunn, Wikipedia 10.12.10

Speierling (Sorbus domestica):

  • in warmen Lagen, bevorzugt Weinbaugebieten
  • nicht spätfrostgefährdet
  • verträgt Trockenheit, aber keine nassen Standorte
  • mag lockere, kalkhaltige Böden
  • Früchte nicht zum Rohverzehr, früher zur Klärung von Most und Wein, auch zur Herstellung von Mamelade und Schnaps

 

Elsbeere (Sorbus torminalis):

  • in warmen Lagen
  • in sonniger Hanglage
  • besonders geeignet für trockene und wechsel-trockene Böden
  • rohe Früchte nicht zum Verzehr geeignet; Herstellung von Konfitüre, Saft und Schnaps ist möglich

 

Mispel (Mespilus germanica):

  • gerne auf kalkarmen Böden
  • wenig empfindlich gegenüber Spätfrost
  • bevorzugt warme, lichte Standorte
  • Früchte nach dem ersten Frost ernten und zu Marmelade, Gelee oder Likör verarbeiten 
© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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