Die Rauchschwalbe - Glücksbringer im Viehstall

Die Rauchschwalbe ist eigentlich unverwechselbar. Sie besitzt eine glänzende, schwarze Oberseite. Der Bauch ist weiß bis gelblich. Kehle und Stirn sind karminrot. Dank ihres langen, gegabelten Schwanzes kann man sie auch im Flug von der Mehlschwalbe unterscheiden. Mancherorts wird die Rauchschwalbe deshalb auch „Spießschwalbe“ genannt. Jede einzelne Schwanzfeder hat einen kleinen, weißen Fleck. Er spielt bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle.

Rauchschwalben erkennt man leicht an der roten Kehle und dem weißen Bauch. Foto: Z. Tunka, LBV-Archiv
Rauchschwalben erkennt man leicht an der roten Kehle und dem weißen Bauch. Foto: Z. Tunka, LBV-Archiv

Frühlingsboten

Rauchschwalben sind Zugvögel. Wenn die Männchen Ende März aus Afrika zurückkehren, ist der Frühling nah. Die Weibchen kommen meist einige Tage später an. Rauchschwalben kehren meistens an den Brutplatz des Vorjahres zurück. Dabei können sie sehr findig sein. Auch nach dem kompletten Umbau einer Stallanlage finden sie ihren Brutplatz wieder.

Das Schwalbenpaar baut sein Nest gemeinsam. Meist wird es dicht unter der Decke angelegt. Feuchte Erde und Lehmklümpchen werden mit Strohhalmen verklebt. Das Nestinnere wird gründlich geglättet und mit feinen Federn ausgepolstert. Bis das Nest fertig ist können zwei Wochen vergehen.

Eine Rauchschwalbe sammelt Nistmaterial an der Lehmpfütze. Foto: M. Schäf, LBV-Archiv
Eine Rauchschwalbe sammelt Nistmaterial an der Lehmpfütze. Foto: M. Schäf, LBV-Archiv

 

 

Wussten Sie, dass...

  • die Rauchschwalbe ihren Namen der Angewohnheit verdankt, durch die Giebellöcher in Gebäuden ein- und auszufliegen? Die Giebel-Löcher dienten früher dem Rauchabzug.
  • die ursprünglichen Brutplätze der Rauchschwalbe sich an steilen Felswänden befanden?
  • sich auch die Nester von Rauch- und Mehlschwalbe unterscheiden? Die Rauchschwalbe baut meist eine offene Viertelkugel. Darin kann man die Jungen, sobald sie etwas größer sind, gut beobachten. Die Mehlschwalbe baut eine Halbkugel. Diese ist bis auf ein kleines Einflugloch geschlossen.
  • man früher glaubte, Schwalben würden auf dem Grund von Seen und Teichen überintern? Grund dafür war die Beobachtung, dass Schwalben-Schwärme vor ihrem Abzug nach Süden gerne in Schilfflächen übernachten.

 

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Jetzt haben die Schwalben Eltern viele Schnäbel zu stopfen! Foto: A. Hartl, LBV-Archiv
Jetzt haben die Schwalben Eltern viele Schnäbel zu stopfen! Foto: A. Hartl, LBV-Archiv
Foto: Z. Tunka, LBV-Archiv
Foto: Z. Tunka, LBV-Archiv

Danach legt das Weibchen 4-5 Eier. Es brütet etwa zwei Wochen, dann schlüpfen die Jungen. Nun versorgen beide Eltern die Jungen. Sie fangen Insekten in der Luft. Bei schlechtem Wetter jagen sie gern über Wasserflächen oder fangen die Stallfliegen. Die Beutetiere werden im Kehlsack gesammelt. Sie werden dann als fester Futterballen an die Jungen übergeben. Langflügelige Insekten wie Libellen und Schmetterlinge werden auch büschelweise ans Nest getragen.

Wenn die Jungen etwa 20 Tage alt sind, verlassen sie zum ersten Mal das Nest. Häufig müssen sie von ihren Eltern aus dem Nest gelockt werden. Anfangs kehren sie zum Schlafen in das Nest zurück. Später übernachten sie, wie ihre Eltern, im Freien.

Im Juli beginnen die Schwalbenpaare schon mit der zweiten Brut.

Im September kann man große Schwalben-Schwärme beobachten. Oft sitzen die Schwalben wie aufgereiht auch Hochspannungsleitungen. Sie stehen dann kurz vor dem Abzug in ihr Wintergebiet südlich der Sahara.

 

 

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