Gräben

Pechlibelle kommen auch an langsam fließenden Gewässern vor. Foto: A. Giessler, LBV-Archiv
Pechlibelle kommen auch an langsam fließenden Gewässern vor. Foto: A. Giessler, LBV-Archiv

Gräben können ein wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren sein. Staudenfluren am Ufer bieten Nahrung für Insekten und Vögel. Im Wasser tummeln sich Würmer und Schnecken. Zahlreiche Insektenlarven entwickeln sich im Wasser.

Viele Gräben wurden nur unter dem Aspekt der Funktionaliät angelegt. Sie haben daher für die Pflanzen- und Tierwelt wenig Wert.

 

Was kann ich tun?

Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie Ihren Graben in einen wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen verwandeln.

Einen Uferrandstreifen anlegen

Das größte Problem vieler Gräben sind die fehlenden Böschungsstreifen. Gehölze oder Uferstauden am Gewässerrand haben vielerlei Aufagben. Das dichte Wurzelwerk schützt das Ufer vor Erosion. Gehölze beschatten das Gewässer. Dadurch wird das Wachstum der Wasserpflanzen weniger. Ein dichter Gehölz- und Staudenstreifen hat außerdem Pufferfunktion. Es werden weniger Nährstoffe aus der Umgebung eingetragen.

Vorgehen: Ein Streifen von mindestens 10 Metern wird beidseitig des Grabens  aus der Nutzung genommen.

Dann können Sie einige Gehölze oder Uferstauden pflanzen. Geeignete Baumarten sind Schwarzerlen, Bruch- und Silberweide. Auf mittleren Böden können auch Vogelkirsche, Hainbuche, Hasel oder Schlehe gepflanzt werden. Für reiche Böden eignen sich Feldahorn, Heckenkirsche und Kreuzdorn.

Als Uferstauden eignen sich Mädesüß, Blutweiderich und Gilbweiderich sind gut geeignet. Oft sind einige Pflanzen ausreichend. Sie verbreiten sich von allein entlang des Wassers.

 

Den Graben aufweiten

Wenn über  Sie etwas mehr Platz verfügen, ist eine Grabenaufweitung eine sinnvolle Maßnahme. Dazu wird das Profil des Grabens in einem bestimmten Abschnitt aufgeweitet. Die Uferböschung wird flacher angelegt. So ensteht eine Übergangszone zwischen Land und Wasser. Sie ist ein wichtiger Lebensraum für Libellen und Wasserinsekten. Amphibien legen hier ihren Laich ab. Vögel können den Graben als Tränke nutzen und suchen nach Wasserinsekten.

 

Ein Negativ-Beispiel

Dieser Graben könnte mit wenigen Maßnahmen in ein Biotop verwandelt werden. Foto: E: Pfeuffer, LBV-Archiv
Dieser Graben könnte mit wenigen Maßnahmen in ein Biotop verwandelt werden. Foto: E: Pfeuffer, LBV-Archiv

Dieser Wasserlauf wurde begradigt. Die Ufer sind sehr steil; sie können für junge Amphibien und Kiebitzküken zur Todesfalles werden.

Es gibt keinen Uferrandstreifen. Statt dessen reicht das Grünland bis an den Graben heran. So gelangen Spritz- und Düngemittel ungehindert ins Wasser. Außerdem finden Insekten und Amphibien hier keine Versteckmöglichkeiten. Auch für Vögel hat der Wasserlauf wenig Reiz, da sich keine Sträucher oder Bäume in der Nähe befinden.

Ein Uferrandstreifen mit einigen Gehölzen könnte diesen Graben schnell in einen wertvollen Lebensraum verwandeln.

Wie pflege ich Gräben richtig?

Eine Räumung sollte möglichst selten stattfinden. Kostengünstig und schonend ist es, Abflusshindernisse regelmäßig mit der Hand oder dem Spaten zu entfernen. Maschinen müssen dann nur alle vier bis sechs Jahren eingesetzt werden. Wenn eine Räumung nötig ist, sollte sie zwischen September und November durchgeführt werden. Am besten verwenden Sie einen Mähkorb. Räumen Sie nicht über die natürliche Sohlentiefe hinaus. Das Räumgut sollte einige Tage neben dem Graben gelagert werden. So können kleine Lebewesen wieder zurück ins Wasser wandern. Räumen Sie immer nur einen Abschnitt des Grabens. Der nächste Abschnitt wird im folgenden Jahr oder besser noch später geräumt. Beachten Sie, dass der Einsatz einer Grabenfräse nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz in wasserführenden Gräben nicht erlaubt ist.

Die Sohlkrautung sollte nach Möglichkeit im September stattfinden. Die Krautung mit der Hand oder der Sense ist am schonensten. Auch die Sohlkrautung sollte abschnittsweise erfolgen. Es ist auch möglich, den Graben halbseitig zu krauten. So bleiben genügend Rückzugsmöglichkeiten für die Tierwelt erhalten.

Die Böschungsmahd sollte zwischen September und Oktober durchgeführt werden. Am Besten verwenden Sie einen handgeführten Seitenmäher. Belassen Sie ungemähte Abschnitte als Rückzugsraum oder mähen Sie zunächst nur eine Grabenseite!

 

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Kosten und Aufwand

Kosten:

Kosten entstehen für das Pflanzgut. Verlust von Produktionsfläche, wenn der Uferrandstreifen vergrößert wird.

 

Aufwand:

Vorbereitung und Durchführung der Pflanzung. Böschungsmahd entfällt in Zukunft. Entkrautung und Ausräumung werden seltener nötig. Die Gehölze schützen die Böschung vor Erosion. Damit sind weniger Wartungsarbeiten nötig.

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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