Die Blaugrüne Mosaikjungfer - eine gewandte Insektenjägerin

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist eine der auffälligsten Libellen. Sie ist leicht an ihrer beachtlichen Größe (etwa 7 cm Länge!) zuerkennen. Typisch ist auch ihre Färbung. Weibchen haben einen schwarzgrünen Hinterleib. Männchen haben zusätzlich mehrere blaue Flecken.

Junges Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer. Foto: O. Wittig, LBV-Archiv
Junges Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer. Foto: O. Wittig, LBV-Archiv

Patrouillierende Männchen und räuberische Larven

Ab Mitte Mai sieht man einzelne Männchen an den Gewässern. Libellen-Männchen besetzen richtige Reviere. Bei gutem Wetter kann man sie auf ihren Patrouillen-Flügen beobachten. Damit kontrollieren sie ihr Revier auf Artgenossen. Fremde Männchen werden vertrieben. Weibchen sind mögliche Paarungspartner und werden geduldet.

Vor Beginn der Paarung sieht man oft den so genannten Tandem-Flug. Dabei umklammert das Männchen mit dem zangenartigen Ende seines Hinterleibs ein Weibchen an der Brust. Die eigentliche Paarung findet im Paarungsrad statt. Dabei krümmt das Weibchen seinen Hinterleib zur Geschlechtsöffnung des Männchens.

Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier im weichen Boden des Uferbereichs ab. Manchmal nutzen sie auch feuchtes, vermodertes Holz. Aus den Eiern schlüpfen die Larven. Sie häuten sich mehrmals und wachsen dabei jedes Mal ein Stück. Die Larven sind kleine, aber effektive Räuber. Sie lauern zwischen Wasserpflanzen oder eingegraben im Schlamm. Sie besitzen eine besondere Fangvorrichtung, die sog. Fangmaske. Dabei handelt es sich um die umgestaltete Unterlippe, die nach vorne geschleudert werden kann. An ihrem Ende befinden sich zwei spitze Hacken, mit denen die Beute ergriffen wird. Zunächst stehen vor allem Einzeller auf dem Speiseplan. Mit zunehmendem Alter und zunehmender Größe erbeuten die Larven Wasserinsekten, Würmer und auch Kaulquappen.

Die Larven der Blaugrünen Mosaikjungfer verbringen den Winter eingegraben im Schlamm. Sie schließen ihre Entwicklung erst im kommenden Jahr ab.

 

Wussten Sie schon, dass...

  • …auch Stechmücken zur Beute der Mosaikjungfer gehören? Sie müssen daher keine Angst haben, dass die Plagegeister in Ihrem Tümpel Überhand nehmen. Auch Bremsen, Fliegen und Schmetterlinge stehen auf dem Speiseplan der Großlibellen. Kleinlibellen fressen bevorzugt Blattläuse und Eintagsfliegen.
  • …die Blaugrüne Mosaikjungfer sehr anspruchslos ist? Die erfolgreiche Entwicklung der Larven wurde sogar in Regentonnen beobachtet. Sie bevorzugt jedoch kleine Tümpel und Teiche.
  • …Libellen eine Geschwindigkeit von 15 m/sec erreichen können? Sie können außerdem im Flug stehen bleiben und rückwärts fliegen.

 

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Verwandlung der Larve

Die frisch geschlüpfte Libelle ist noch blass. Foto: P. Altrichter, LBV-Archiv
Die frisch geschlüpfte Libelle ist noch blass. Foto: P. Altrichter, LBV-Archiv

Mitte Juni sehen die Larven einer ausgewachsenen Libelle schon recht ähnlich. Die Flügelanlagen am Rücken sind deutlich erkennbar. Nun kriechen die Larven an einem Pflanzenstengel aus dem Wasser empor. Unter der äußeren Larvenhaut verbirgt sich bereits die fertige Libelle. Die Larvenhaut platzt auf dem Rücken mit einem Längsriss auf. Aus diesem Riss schieben sich zunächst Brust und Flügel, dann Kopf, Beine und Hinterleib heraus. Zurück bleibt die leere Larvenhaut, Exuvie genannt.

Die blasse Junglibelle muss nun noch 1-2 Stunden in der Sonne ruhen. Erst dann sind die Flügel soweit erhärtet, dass sie ihren ersten Flug wagen kann.

Mit dem ersten Flug beginnt für die junge Mosaikjungfer eine Zeit der Wanderschaft. Diese Phase wird auch Reifungsflug genannt. Der Reifungsflug kann die Libelle weitab von jeglichem Gewässer führen. In dieser Zeit nimmt die Mosaikjungfer stark an Gewicht zu und bildet ihre typische Färbung aus. Nach drei bis sechs Wochen ist die Libelle geschlechtsreif und kehrt an ihr Gewässer zurück.

 

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