Wie lege ich die Hecke an?

Hecken können entweder durch Pflanzung oder durch die Anlage so genannte Benjeshecken entstehen. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Einige haben wir hier aufgeführt , um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Die Pflanzhecke:

  • führt schnell zum gewünschten Ergebnis
  • das Pflanzgut muss evtl. vor Verbiss und Frost geschützt werden
  • Auswahl der Strauch- und Baumarten ist dem Menschen überlassen

Die Benjeshecke:

  • braucht mehr Zeit zur Entwicklung
  • kostengünstiger, da weniger Pflanzgut benötigt wird 
  • kein Verbissschutz nötig
  • besonders gut an regionale Bedingungen angepasst
  • Ansiedelung von Sträuchern auf natürliche Weise ist gewünscht

Egal welche Methode Sie wählen, die besten Monate sind Oktober und November. Lediglich immergrüne Sträucher sollten schon im August gepflanzt werden. Sie können sich dann vor dem Winter gut einwurzeln.

 

Anlage einer Pflanzhecke

Wir beschreiben hier die Pflanzung einer dreireihigen Hecke. Eine solche Hecke ist im Offenland besonders günstig. Noch wertvoller ist eine fünf-reihige Hecke, die Sie nach dem gleichen Schema anlegen können.

Sie benötigen:

  • Pflanzgut. Als Faustregel gilt: ein Strauch pro Quadratmeter. Bei guten Böden und wenn Sie Bäume oder starkwüchsige Sträucher pflanzen, benötigen Sie eher weniger.
  • Baumpfähle für Hochsträucher und Bäume.
  • ggf. Material für einen Vieh- oder Wildzaun.

Vorgehen:

  • Auf Grünlandflächen kann direkt in die Grasnabe gepflanzt werden. Auf mineralischem Untergrund sollte der Unterboden etwa einen halben Meter tief gelockert werden.
  • Pflanzen Sie die einzelnen Sträuchern in einem Abstand von 1,5 Metern. So müssen Sie nachträglich weniger ausschneiden. Die Pflanzgrube sollte doppelt so groß sein, wie der Wurzelballen des Strauchs. 
  • Der Abstand zwischen den Pflanzreihen sollte mindestens 1 Meter betragen.  Wenn Sie maschinell pflegen möchten, lassen Sie entsprechend mehr Abstand.
  • Pflanzen Sie einzelne Arten in kleinen Gruppen nebeneinander. Schwachwüchsige Pflanzen sollten in größeren Gruppen zusammen stehen, als starkwüchsige.
  • Pflanzen sie niedrige Sträuche in die äußeren Reihen. In die innere Reihe kommen hochwüchsige Sträucher oder Bäume.
  • Pflanzen die über 1,5 Meter groß sind benötigen eine zusätzliche Verankerung. Dazu wird vor der Pflanzung ein Pfosten mindestens 30 cm tief in den Boden geschlagen. Der Pfosten sollte später auf der windzugewandten Seite des Gehölzes stehen.
  • Um die Pflanzung vor Weidevieh zu schützen, genügt ein normaler Viehzaun aus Stacheldraht oder ein Elektroweidezaun. Gegen Wildverbiss muss ggf. ein Wildzaun erreichtet werden. Dieser kann aus 1,5 m-langen Holzpfählen und Maschendraht-Geflecht errichtet werden. Dazu werden Pflöcke im Abstand von 5-7 m in den Boden versenkt. Auf weichem Boden geht das am schnellsten, indem man sie mit der Bagger- oder Laderschaufel eindrückt. Der Zaun sollte mindestens einen Meter hoch sein. Halten Sie etwa einen Meter Abstand zur Pflanzung.

 

 

Eine Benjeshecke anlegen

Für die Anlage eine Benjeshecke benötigen Sie

  • Pflanzgut: Etwa eine Pflanze pro Hecken-Meter. Alle 30 m kann ein Baum gepflanzt werden.
  • Schnittgut von Bäumen- und Sträuchern aus der Region. Verwenden Sie Strauch- und Astwerk, dass wenig zerkleinert wurde. Zerhäckseltes Material eignet sich nicht.
  • ggf. Material zum Sichern der Schnittgutwälle: ein Holzpflock pro 5-7 Hecken-Meter. Draht.

Pflanzung und Aufschichten der Schnittgutwälle

Zuerst pflanzen Sie Ihre Sträucher im Abstand von 1-2 Metern. Bäume sollten nur alle 25-30 Meter gepflanzt werden. Dazu brechen Sie mit dem Pflugschar einen einreihigen Pflanzstreifen in den Boden. Das Schnittgut wird links und rechts davon zu zwei Wällen aufgeschichtet. Starke Äste kommen nach unten. Sie sollten in die Hauptwindrichtung zeigen. Das restliche Schnittgut wird schräg übereinander gelegt. Die dicken Enden der Äste sollten nach unten zeigen. Die Astspitzen richtet man nach oben und außen. So wird die Schichtung am stabilsten. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu dicht stapeln! Keimende Pflanzen müssen noch ausreichend Licht bekommen. Ein Wall sollte 2-3 m breit und etwa einen Meter hoch sein. Zwischen den Wällen lassen Sie einen Abstand von etwa einem halben Meter. So haben die Setzlinge genug Luft um sich zu entwickeln, sind aber gleichzeitig gut geschützt.

Sicherung der Astlagen

Wenn die Hecke auf stark windexponierten Stellen angelegt wird, sollten die Astlagen zusätzlich gesichert werden. Dazu können in einem Abstand von fünf Metern Pflöcke eingeschlagen werden. Zwischen ihnen wird ein Draht gespannt, der das Schnittgut festhält. Diese Sicherung muss nur wenige Vegetationsperioden überstehen. Sie können daher ungeschälte, nicht imprägnierte Pflöcke verwenden.

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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