Wo lege ich Blühstreifen an?

Blühstreifen werden auf Flächen angelegt, die nicht genutzt werden. Sie können sich innerhalb eines Ackerschlags befinden, am Ackerrand oder auf Vorgewenden. Auch auf Bewässerungsstreifen oder in Rodegassen können Blühstreifen entstehen.

Der Blühstreifen sollte zwischen 3 und 10 Metern breit sein.

Bunter Blühstreifen mit Sonnenblumen. Foto: H.J. Unger
Bunter Blühstreifen mit Sonnenblumen. Foto: H.J. Unger
Blühstreifen mit Klatschmohn bringt Farbe ans Feld! Foto: T. stephan, www.oekolandbau.de
Blühstreifen mit Klatschmohn bringt Farbe ans Feld! Foto: T. stephan, www.oekolandbau.de

 

 

Wie lege ich Blühstreifen an?

Zeitpunkt:

Einjährige Blütenmischungen sind meistens frostempfindlich. Sie sollten Ende April oder Anfang Mai ausgebracht werden. Besser sind mehrjährige Kräutermischungen. Sie können im Frühling oder im Herbst ausgesät werden. Herbstsaaten haben den Vorteil, dass auch hartschalige Samen im Frühjahr sofort keimen. Um Frostschäden zu vermeiden, kann Heumulch (300- 400 g/m²) oder Grasschnitt (1- 2 kg/m² ) locker ausgebracht werden.

Ansaatstärke:

Für Wildkräuter ist besonders wichtig, dass genügend Raum für die Entwicklung ihrer Blattrosette zur Verfügung steht. Nur dann werden sie zu starken Individuen heranwachsen. Die meisten Wildblumen-Mischungen werden deshalb mit einer Ansaatstärke von maximal 5 g/m2 ausgebracht. Solche geringen Ansaatstärke sind manchmal schwer auszubringen. Daher kann man dem Saatgut einen Füllstoff beigeben. Es eignen sich Sand, Sägespäne und Sojaschrot. Bringen Sie eine Menge von 10 – 20 g/m2 inklusive Füllstoff aus.

Saatbettbereitung und Aussaat:

Die Samenmischung kann maschinell (Sämaschine oder Düngestreuer) oder per Hand ausgebracht werden. Vor der Saatbettbereitung sollte eine Beikrautregulierung erfolgen. Anschließend wird der Boden mit der Egge oder dem Grubber gelockert. Damit auch Dunkelkeimer auflaufen, sollte das Saatgut leicht eingearbeitet werden. Feinkrümelige Saatbeete werden angewalzt. Bitte beachten Sie auch die Anbauempfehlungen für ihre Saatgutmischung.

Hinweis für magere Standorte:

Hier genügt es, einen Streifen am Schlagrand ohne Umbruch aus der Nutzung zu nehmen. Eine Einsaat ist nicht erforderlich. Eine blütenreiche Vegetation wird sich von selbst einstellen.

Frisst Blattläuse und Kräuter: Der Warzenbeißer. Foto: E. Pfeuffer, LBV-Archiv
Frisst Blattläuse und Kräuter: Der Warzenbeißer. Foto: E. Pfeuffer, LBV-Archiv
Profitiert vom reichhaltigen Insektenangebot des Blühstreifens: der Neuntöter. Foto: H. Tuschel, LBV-Archiv
Profitiert vom reichhaltigen Insektenangebot des Blühstreifens: der Neuntöter. Foto: H. Tuschel, LBV-Archiv

 

 

Welches Saatgut verwende ich?

Es empfehlen sich mehrjährige Saatgutmischungen, mit denen ein vielfältiges und kontinuierliches Blühangebot geschaffen wird. Säen Sie einheimische Pflanzenarten aus. Alle Pflanzenarten haben sich im Laufe einer jahrtausendelangen Entwicklung an ihre Umweltbedingungen angepasst. Nur heimische Pflanzen sind optimal an unsere Witterungs- und Bodenverhältnisse angepasst. Sie gedeihen daher besser und sind konkurrenzstärker. Nur sie bieten unseren Insekten und Vögeln die richtige Nahrung. Exoten werden von Wildtieren oft verschmäht.

Achten Sie beim Saatgutkauf auf folgenden Punkte:

  • auf der Packung sollte eine detaillierte Artenliste zu finden sein
  • es sollen keine Kulturpflanzen enthalten sein
  • der Grasanteil sollte weniger als 50 % betragen
  • es sollten keine breitwüchsigen Gräser und kein Klee enthalten sein
  • das Saatgut sollte aus Deutschland stammen, idealerweise kommt es sogar aus Ihrer Region (autochthones Saatgut)

 

Saatgutmischungen gibt es in unterschiedlichen Qualitäten und zu unterschiedlichen Preisen. Beim Kauf sollten Sie auch die Standortbedingungen miteinbeziehen. Wählen Sie für längerfristig angelegte Blühstreifen eine Artenkombination, die über lange Zeit stabil ist. Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit so genanntem autochthonem Saatgut. Diese Samen stammen von Pflanzen aus der näheren Region. Sie sind damit optimal an ihren Standort angepasst.

 

Bei folgenden Händlern erhalten Sie geeignetes Saatgut:

Netzwerk Blühende Landschaft

Mellifera e.V.

Hofgut Fischermühle

D-72348 Rosenfeld

Telefax: 07428 - 94 52 49-9

mail@mellifera.de

http://www.mellifera.de/portal/portal.shop/index.html

Das Netzwerk Blühende Landschaft entwickelt in Zusammenarbeit mit Saatgutfirmen insektenfreundliche Samen-Mischungen. Empfehlenswert für Ackerblühstreifen ist die Mischungen "Blühende Landschaft". Sie kann über den Internet-Shop des Mellifera e.V. bestellt werden.

Appels Wilde Samen GmbH

Öko-Landbau-Zentrum

Brandschneise 2

64295 Darmstadt

Telefon: 06151 - 929213

Telefax: 06151 – 929210

samen@appelswilde.de

http://www.appelswilde.de/

Der Vertrieb bietet an unterschiedliche Standorte angepasste Saatgutmischungen. Umfangreiche Information zu Aussaat und Pflege  kann auf der Internetseite heruntergeladen werden. Besonders zu empfehlen sind die "Appels Schmetterlingsmischung" sowie "WPS Bunte Brache" für trockene Standorte. Für feuchte Standorte eignet sich die "WPS Feuchtwiese".

Rieger-Hofmann GmbH

In den Wildblumen 7

74572 Blaufelden-Raboldshausen

Telefon: 07952 – 5682

Telefax: 07952 – 6509

info@rieger-hofmann.de

www.rieger-hofmann.de

Informationen und online-Shop auf der Website. Beratung und die Zusammenstellung individueller Saatgutmischungen nach regionalen Kritierien möglich. Empfehlenswert ist vor allem die Saatgutmischung "Schmetterlings- und Bienensaum".

Natura-Saaten

Inh. Michael Klencz

Pestalozzistr. 41

97688 Bad Kissingen

Telefon: 0971 - 7852715

Fax: 0971 - 7852715 

info@natura-saaten.de

www.natura-saaten.de

Natura Saaten bieten verschiedene Saatgutmischungen mit einheimischen Wildblumenarten an. Besonders empfehlenswert ist die "Blumenwiese für normale Standorte (alle Arten)" 

Natürlich können Sie ihre Saatgutmischung auch selbst zusammen stellen. Die oben genannten Vertriebe bieten auch Einzelsämereien an. Eine Auswahl heimischer Kräuterarten und Bezugsquellen finden Sie hier zum Download:

Die Karthäuser-Nelke wächst auf trockenen, sandigen Böden. Foto: T. Dürst, LBV-Archiv
Die Karthäuser-Nelke wächst auf trockenen, sandigen Böden. Foto: T. Dürst, LBV-Archiv
Kornrade ist inzwischen selten. Foto: T. Staab, LBV-Archiv
Kornrade ist inzwischen selten. Foto: T. Staab, LBV-Archiv

 

 

Wie pflege ich den Blühstreifen?

Im ersten Jahr sollte ein Pflegeschnitt durchgeführt werden, um konkurrenzstarke Pflanzenarten zurückzudrängen.

Auf nährstoffreichen Standorten kann ein bis zweimal jährlich gemäht werden. Die erste Mahd kann zum Beispiel im Mai zur Zeit des ersten Kleegrasschnitts erfolgen. Anschließend wird im Herbst noch einmal gemäht oder gemulcht.

Auf mageren Standorten wird je nach Wüchsigkeit einmal im Jahr oder alle paar Jahre im Herbst gemäht.

Verwertung im Betrieb

Der erste Schnitt kann uneingeschränkt genutzt werden, der zweite als Einstreu oder Pferdeheu.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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